Warum es diese Website immer noch gibt …

Foto: Trauen Foto: Gemeinsam Foto: Weg

Andreas und Michaela – Wir trauen uns gemeinsam auf den Weg

Leben

Andreas, 3. Januar 2007

Um was geht es: ,

Nein, das Leben geht nicht weiter. Und die Zeit heilt nicht alle Wunden. Sechs Wochen nach Michaelas Tod kann ich keinen Trost finden und es verletzt mich zutiefst, wenn manche Leute es mit diesen abgedroschenen und gedankenlosen Phrasen versuchen.

In der Jahreslosung für das neue Jahr hat Gott da etwas ganz anderes zu sagen:

Siehe, ich will ein Neues schaffen.
Jetzt wächst es auf.
Erkennt ihr es denn nicht?
(Jesaja 43,19a)

Nach dem ersten Hören möchte ich Gott anbrüllen: »Du schaffst etwas Neues? Du zerstörst! Du hast mir alles genommen, was ich hatte und war!« Aber nach der anfänglichen Aufregung spüre ich dann vielleicht doch, wie ganz klein und vorsichtig etwas Neues aus meiner völlig zerstörten Welt, Lebensfreude und Zukunft heraus entstehen kann: neues Vertrauen, neue Freundschaft, neues Licht. Ich danke dir, Gott.

Nein, das Leben geht nicht weiter. Aber ich hoffe, dass Gott etwas Neues schafft. Jetzt wächst es auf. Erkenne ich es?

10 Kommentare

  1. Roman, 3. Januar 2007

    Lieber Andreas, per Zufall bin ich auf Deinen Blog gestoßen. Ich bin zutiefst erschüttert über Dein hartes Schicksal! Vor 3 Monaten ist meine Mutter an meinem 35. Geburtstag gestorben, ich kann Dir deshalb nachfühlen wie es Dir gehen muss. Auch wenn Du noch schlimmere Dimensionen ertragen musst, ich hoffe Du schaffst es durch diese schlimme Zeit. Mach’s gut, Roman

  2. Andrea, 8. Januar 2007

    Lieber Andreas,
    urteile nicht so hart über die Menschen… manchmal möchte man Trost spenden… und der Betreffende empfindet es nicht so…
    Ich würde mich nicht als tiefgläubig bezeichnen, aber es hat mir Mut gemacht z.B. das Buch von Nelly Block zu lesen, in dem es um die Trennung ihrer siamesischen Zwillinge geht… viel wurde auch über Gott gesprochen…
    Ein Zwilling verstarb bei der Trennung… und dennoch kann man es so tröstlich empfinden, wie Gott auch aus diesem Dunkel einen Weg schafft… wie man weiterhin das Leben bejahen kann, auch wenn es einem trostlos und traurig erscheint… und wie Nelly Block ihre und die Gefühle der Familie beschreibt… es macht Mut… und gibt wieder Kraft…
    Du hast aber auch das Recht wütend und enttäuscht zu sein… so hast Du Dir das Leben mit Michaela nicht vorgestellt…
    ich bin auch nicht bibelfest… aber ich wünsche mir für Dich, dass Du aus dem Tal der Tränen wieder heraus kommst…
    Ganz liebe Grüsse
    Andrea

  3. Iris, 8. Januar 2007

    Lieber Andreas,
    ich hab über die Hobbyschneiderinnen von deinem Schicksal erfahren. Ich möchte dir sagen, laß dir Zeit. Du bist jetzt einen kleinen Schritt gegangen und wirst noch viele Schritte gehen müssen. Aber irgendwann wird es erträglich werden und du wirst damit Leben können.
    Gott schütze dich.
    Iris

  4. Mama, 10. Januar 2007

    Alles hat seine Zeit:
    Begegnen und Verstehen
    Festhalten und Lieben
    Zusammensein und getrennt werden
    Lachen und Weinen
    Trauern und getröstet werden
    Loslassen und Erinnern
    Alles
    Alles hat seine Zeit

  5. Daniela Holst, 10. Januar 2007

    Lieber Andreas,
    wenn einem Menschen das Liebste genommen wird, möchte er nicht verstehen, nicht aufhören, nach dem »Warum« zu fragen, seiner Wut, Trauer und Hoffnungslosigkeit Ausdruck verleihen.
    Am 5. Januar ist Markus tödlich verunglückt. Ohne Schuld und unvorhersehbar wurde er Opfer eines Verkehrsunfalls. Über seine Frau und sein kleines Kind hat Gott seine schützende Hand gehalten.
    Ihre Wut, Andreas, Ihre Fragen und ihre Trauer werden auch dort geteilt. Zurückbleibende, liebende Partner, Kinder, Brüder, Eltern, Freunde, Menschen, die den Lebensweg begleitet haben, können nicht begreifen warum dies geschehen musste.

    »Ich aber, Gott, hoffe auf dich und spreche:
    Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen.«
    (Psalm 31,15-16)

    Lassen Sie Ihrer Trauer den Raum, den Sie brauchen, aber leben Sie weiter, auch im Namen von Michaela. Vielleicht finden Sie Trost in folgenden Worten von Dietrich Bonhoeffer:

    »Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung.
    Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
    Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
    sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.«

    Gottes Segen für Sie in dieser schweren Zeit.
    Daniela

  6. Maria Magdalena Hecker, 10. Januar 2007

    Lieber Andreas,
    ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen, weil ich nach einem Gebet suchte. Dann las ich vom Unfalltod deiner Frau. Es hat mich sehr betroffen gemacht, was Dir geschehen ist, was ihr geschehen ist. Es ist unglaublich schlimm und traurig, nicht zu verstehen. Es gibt einen Liedtext von Siegfried Fietz, der mich beim Tod meines Vaters im Mai 2006 getröstet hat:

    Niemals wieder deine Augen,
    niemals wieder dein Gesicht,
    niemals wieder siehst Du lachend
    so wie ich das Sonnenlicht.
    Und doch weiß ich, dass du da bist,
    dass nur ich dich nicht mehr sehe.
    Spür ich doch seit deinem Sterben
    deine tiefe, warme Nähe.

    Und du verlässt mich nicht. Du gehst mir voraus.
    Hältst den Platz für mich bereit in unseres Vaters Haus.
    Nein, Du verlässt mich nicht,
    du bist tief in mir.
    Und wenn ich dir folge, wartest Du schon an der Tür.

    Niemals wieder deine Stimme,
    niemals wieder deinen Mund,
    niemals wieder stellst du Fragen,
    gehst den Dingen auf den Grund.
    Und doch weiß ich, dass Du da bist,
    dass nur ich dich nicht verstehe.
    Spür ich doch seit deinem Sterben
    Deine, tiefe, warme Nähe.

    Und du verlässt mich nicht. Du gehst mir voraus.
    Hältst den Platz für mich bereit in unseres Vaters Haus.
    Nein, Du verlässt mich nicht,
    du bist tief in mir.
    Und wenn ich dir folge, wartest Du schon an der Tür.

    Niemals wieder deine Hände,
    niemals wieder deinen Gruß,
    niemals wieder setzt du in den
    kühlen, weichen Sand den Fuß.
    Und doch weiß ich, dass Du da bist,
    dass ich nie alleine gehe.
    Spür ich doch in deinem Sterben
    Deine tiefe, warme Nähe.

    Und du verlässt mich nicht. Du gehst mir voraus.
    Hältst den Platz für mich bereit in unseres Vaters Haus.
    Nein, Du verlässt mich nicht,
    du bist tief in mir.
    Und wenn ich dir folge, wartest Du schon an der Tür.

    Ich fühle mich Dir verbunden und verspreche Dir und Michaela mein Gebet, weil ich fest daran glaube, dass wir in Gott verbunden sind. ER ist mit uns auf jedem Schritt. Von Herzen wünsche ich Dir, dass Dein Glaube Dich trägt, Maria Magdalena

  7. Claudia Roloff, 12. Januar 2007

    Lieber Andreas,
    manchmal schaue ich auf Deine Homepage, was Du und andere da so schreiben. Und auch, weil ich Michaela und ihren Tod noch lange nicht vergessen habe und die Fragen, die damit zusammenhängen, weiter in mir arbeiten.
    Heute wollte ich Dir einfach »Danke!« sagen, dass Du dieses mir doch noch auch fremde Medium einsetzt. Irgendwie kann es auch anderen eine Hilfe sein, das merke ich jedenfalls bei mir, eine Hilfe, sich auf das Getrenntwerden, das ja ganz sicher einmal kommen wird, vorzubereiten, mit aller Angst und allen Schmerzen – und eine Ahnung von dem Trost zu bekommen, der da dennoch aufkeimt.
    Sei herzlich gegrüßt von Claudia R.

  8. Pingback: Letzter Beitrag, 21. März 2007

    [...] Nein, das Leben geht nicht weiter, aber Gott schafft etwas Neues… [...]

  9. Ilona, 20. November 2007

    Lieber Andreas,
    tief berührt hat mich diese Webseite, die du so schön gestaltet hast. Dein Schmerz ist mir entgegengesprungen. Ich möchte dir ein kleines Büchlein empfehlen, das dir hilft zu verstehen. Es heißt: »Licht am Ende des Lebens« von Betty J. Eadie. Dort wirst du alle Antworten finden und dann vieleicht deinen Seelenfrieden. Ich wünsche dir viel Kraft und meine Hochachtung mit dem Verzeihungsbrief – dazu gehört sehr viel Stärke und Liebe.
    Viel Licht und Liebe
    Ilona

  10. Pingback: Hoffnung, 1. März 2009

    [...] Niemand soll sagen, das Leben gehe weiter, denn im November 2006 wurde alles Leben und alle Hoffnung unwiederbringlich zerstört. Und doch wächst da etwas Neues. Kein Leben, das weitergeht, aber ein Leben, das völlig neu beginnt und mich mit großer Hoffnung und Liebe erfüllt. [...]

Artikel kommentieren

Für diesen Artikel sind keine weiteren Kommentare möglich.